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Die Kolonisierung

Die Kolonisierung um Großderschau

 

Menschen sind der wahre Reichtum eines Staates. Das erkannte Brandenburg-Preußen schon frühzeitig und so wurden Zuwanderer ins Land geholt.

Bereits frühzeitig machten sich die preußischen Könige auch daran, Brachland urbar zu machen und zu besiedeln. Erste Anfänge erfolgten 1712 in Ostfriesland mit der Einführung von Moorlandkulturen.

Schon 1685 kamen 20.000 Hugenotten aus Frankreich nach Brandenburg. Diese wurden vor allem in den Städten angesiedelt, weil es sich vorrangig um Handwerker, Tuchmacher, Spinner, Färber, Hutmacher und Schneider handelte.

 

Ab 1724 wurden in der Uckermark Schwaben und Franken angesiedelt. In der Zeit von 1729 bis 1736 kamen etwa 2.000 Böhmen nach Preußen und erhielten, da es sich meist um Spinner und Weber handelte, nahe Berlin Land, um Kolonien zu gründen.

1732 wanderten fast 20.000 Salzburger Religionsflüchtlinge in Preußen ein. Ihre Ansiedlung erfolgte auf brachliegendem Land in Ostpreußen. Pfälzer und Würtemberger kamen ab 1747 nach Preußen und ließen sich in der Kur- und Neumark nieder.

 

1718 begann Friedrich Wilhelm I. mit der Urbarmachung und "Peuplierung" (Ansiedeln von Menschen) im Havel-Rhin-Luch. Es entstand der Havelländische Große Hauptkanal. Bei den Arbeiten wurden mehr als 1.000 Arbeiter und 200 Grenadiere eingesetzt. Die ansässige Bevölkerung musste Hilfsdienste leisten. Bis zum Anschluss der Arbeiten im Jahr 1725 konnten 22 Quadratmeilen Land gewonnen werden. Die Domäne Königshorst wurde zum landwirtschaftlichen Musterbetrieb, der den königlichen Hof belieferte.


Zwischen 1747 und 1753 ließ Friedrich II. das Niederoderbruch entwässern, wodurch 270.000 Morgen (etwa 69.000 Hektar) Land gewonnen wurden. Diese Meliorierung war seinerzeit die größte ihrer Art in Europa. Etwa 6.000 Menschen wurden in etwa 15 neuen Dörfern angesiedelt.

Friedrich II. schrieb dazu 1752: "Ferner habe ich alles Brachland der Kurmark urbar machen lassen und dort 12 neue Dörfer errichet." Am Ende waren 43 neue Dörfer entstanden. Friedrich II. hatte "eine Provinz im Frieden gewonnen". Die Regulierung des Netzebruchs erfolgte zwischen 1763 und 1768. 911 Familien wurden neu angesetzt.

Durch die Urbarmachung des Wartebruchs zwischen 1767 und 1782 wurden 123.000 Morgen Land gewonnen und 1755 Familien in 94 neuen Dörfern angesiedelt. Daneben erfolgten kleinere Regulierungen, wie etwa die der Nuthe, im Cottbusser Raum, auf Usedom und ab 1778 in der Prignitz. Um 1749 entstand das Dorf Altgarz auf einem ehemaligen Vorwerk und das Dorf Rübehorst am Standort einer Glashütte. 1749 begann die Melioration im zentralen und unteren Dossebruch und im unteren Rhinluch. Dosse, Jäglitz und Rhin wurden teilweise begradigt bzw. verlegt und für die Aufnahme von Wasser aus zahlreichen Binnengräbern ausgebaut. Dieses zeigt sich daran, dass es neben der Alten Jäglitz und Alten Dosse auch jeweils eine Neue gibt.

In den Jahren 1773-75 entstand südwestlich von Neustadt/Dosse die Kolonie Friedrichsdorf und sechs weitere Dörfer auf Talsandinseln des Luchs. Vor allem aus der Pfalz und dem Rheinland kamen die Menschen, um sich hier niederzulassen. Die Bedingungen im meliorierten Luch waren günstig für die Rinderwirtschaft und den Anbau von Roggen, Kartoffeln und Gemüse.
Alle neuen wirtschaftlich nutzbar gemachten Ländereien wurden mit Angeworbenen besiedelt. Polen, Sachsen Mecklenburger, Rheinländer und Pfälzer kamen ins Land. Insgesamt wanderten bis zum Tode Friedrichs II. im Jahre 1786 etwa 300.000 Kolonisten nach Preußen ein. 400.000 Morgen (100.000 Hektar) Land wurden urbar gemacht, 900 neue Siedlungen entstanden.

Im Bereich Rhin, Dosse, Jäglitz wurden ca. 20.000 Kolonisten angesiedelt.